home Festival-Insider, Gothic Festivals Nocturnal Culture Night – NCN Festival 2019 – #NCN14

Nocturnal Culture Night – NCN Festival 2019 – #NCN14

Wie ihr vielleicht schon aus dem Titel erkennen konntet, handelte es sich beim diesjährigen NCN um die 14. Ausgabe des kleinen Festivals im Kulturpark Deutzen bei Leipzig. Was macht dieses Festival so besonders und warum freuen wir uns jetzt schon auf die Fortsetzung 2020?

Es ist schon erstaunlich, was Holger Troisch und seine Unterstützer hier in jedem September wieder auf die Beine stellen. Die Location im Kulturpark direkt neben dem Ort und dem Sportplatz von Deutzen gelegen, eignet sich super für ein kleines Szene Festival. Alles wirkt sofort vertraut, die Leute sind sehr entspannt und die Entdeckung der Bühnen zwischen den Bäumen und durch die vielen kleinen Wege verbunden macht viel Spaß.

Handelt es sich hier vielleicht um ein kleines „Szene-Biotop“?

Alles wirkt ein wenig aus der Zeit entrückt, teilweise noch ein wenig DIY und die Lust der Veranstalter und Künstler ist sofort spürbar. Ob man nun hier zum ersten Mal oder zum vierzehnten Besuch –  wie einige Besucher verlauten lassen – ist, man fühlt sich sofort willkommen. Ein Ort, an dem langjährige Fans und Musik zusammentreffen, an dem Besucher neue Bands für sich entdecken können und Künstler den direkten Kontakt mit den Gästen nicht scheuen.

Die Zeltplätze und Parkplätze grenzen direkt an den Konzertbereich an, in dem sich vier Bühnen direkt in den Park schmiegen. Die größte Bühne ist ein Amphitheater, ausreichend für viele hundert Fans und auch mit ausreichend Platz um sich hinzusetzen und zu plaudern. Die zwei weiteren größeren Bühnen, die Parkbühne und die Weidenbogenbühne sind schön im Schatten unter Bäumen gelegen, die kleinste Kulturbühne ist den kleinen Acts vorbehalten. Bis auf die Kulturbühne sind alle Bühnen parallel bespielbar. Für den Besucher ergeben sich damit sehr kurze Wege, innerhalb von zwei bis drei Minuten kann man die Bühnen wechseln.

Leider blieb aus gesundheitlichen Gründen in diesem Jahr nur der Samstag für einen Besuch, der allerdings vollgepackt mit tollen Acts war. Auf den nachfolgenden Bildern seht ihr einen Auszug aus dem Programm, das mittags ab ca. 12 Uhr bis in die Nacht dort stattfand.

Rroyce

Seit 2013 sind die drei Herren um Sänger Casi im Bereich Synth-Pop und Wave aktiv. Vielleicht besonders dank seiner Bühnenpräsenz und natürlich der tollen Songs sind Rroyce immer wieder ein Highlight auf jedem Festival. Nicht ganz einfach ist es daher, schon mittags um 12 Uhr zu starten. Doch spielen gelingt es der Band auch schon um diese Zeit das Publikum zu „wecken“ und sogar zu einem gemeinsamen Tanz zu animieren.

In diesem Monat erscheint das neue Album „Patience“ und das wird natürlich mit einer Live-Tour ausgiebig gefeiert.

Weitere Infos:

http://www.rroyce.de/


Wires & Lights

Mit Wires & Lights kommt endlich frischer Post-Punk aus Berlin! Die junge Band, die erst im Juni ihre erste Single „Drive“ veröffentlicht hat und nun am 13.9.2019 das Debutalbum „A Chasm Here And Now“ herausbringt, durfte ebenfalls am Samstag im „Mittagsprogramm“ die ersten Besucher begeistern. Der Publikumsbereich vor der Parkbühne war auch schon recht gut gefüllt und die Band konnte mit dem wavig-angehauchten Songs recht schnell die Zuschauer zum mitwippen bringen.

Weitere Infos:

https://www.facebook.com/wireslights/


The Arch

Mit einer kurzen Verzögerung durch den langen Soundcheck von Laibach starten The Arch auf der großen Amphibühne.

Die alten Helden begleiten die Szene schon sehr lang. In diesem Oktober veröffentlichen sie ihr neues Album „XII“. Auf dem NCN 2019 präsentierten The Arch aber nicht nur aktuelle Songs, sondern natürlich auch Highlights aus ihrem großen Repertoire. Besonders der Song „Babsi ist tot“ über die damalige Freundin von Christiane F., die als jüngste Drogentote in Berlin starb, ist recht bekannt.

Setlist:

  1. Blood Crystals
  2. Body & Angels
  3. Fates
  4. Babsi ist tot
  5. Joan´s In Prison
  6. Eyes Wide Open
  7. Ribdancer

Weitere Infos:

https://www.thearch.eu/


ROSI

Die „Tanzkapelle der schlechten Laune“ aus Bielefeld hat 2018 mit dem Album „Hope“ das zweite Release der Bandgeschichte veröffentlicht. Seit Ende 2018 ist das Duo beim Frankfurter Label „Cold Transmission“ unter Vertrag, was neben dem aktuellen Auftritt beim NCN recht vielversprechend klingt. Die beiden Jungs haben viel Spaß auf der Bühne und erzeugen beim Publikum einen wohligen Eindruck von Post-Punk, Cold-Wave und der interessanten stimmlichen Darbietung von Sänger Sven Rosenkötter.

Setlist:

  1. Höhle
  2. Schwarzer Kaffee
  3. Kaltes Land
  4. Gezähmt
  5. Trennen
  6. 360M
  7. Kopf
  8. Tanzen
  9. Rationale Liebe
  10. Kirmes
  11. Zustand

Weitere Infos:

https://www.facebook.com/rosi.info/


The Cascades

The Cascades gibt es schon seit den 1980er Jahren. Die Gothic-Rock Band hat bereits sieben Alben veröffentlicht und kann natürlich live auf ein großes Programm zurückgreifen. Routiniert spielen die Herren um den Produzenten und Sänger M. W. Wild alte und neue Songs und regen das Publikum schnell zum mitmachen an. Ein toller Nachmittag auf der großen Amphibühne.

Setlist:

  1. Handful Of Fear
  2. Babylon
  3. Hexen Einmal Eins
  4. Ihr Werdet Sein
  5. Sea Of Love
  6. Ground Zero
  7. Tapping Me
  8. Dark Daughters Diary
  9. The Third Decade
  10. Blood Is Thicker Than Blonds
  11. Red Stars

Weitere Infos:

https://www.thecascades.de/main_start.html


Desperate Journalist

Britischer Gitarrenrock at its best! Das sind Desperate Journalist! Dazu kommen noch ein Sound, der an die 80er Jahre mit Siouxsie Sioux erinnert und eine Frontfrau wie Jo Bevan, die für das Revival des Post-Punk genau geeignet sind. Die Masse feiert, die Masse tanzt während dem emotionalen und aufregenden Auftritt der Band, die Shoegaze, Indie und Postpunk vereinen und zu einer fantastischen Reise durch ihre letzten Songs werden lassen. Hammer!

Setlist:

  1. Murmuration
  2. Why Are You So Boring?
  3. Jonatan
  4. Hollow
  5. Happening
  6. Cedars
  7. Lacking In Your Love
  8. Cristina
  9. Satellite

Mehr Infos:

https://www.facebook.com/DesperateJournalist/


Actors

Noch internationaler wird es bei der nächsten Band. Die „Actors“ aus Vancouver sind die neuen Post-Punk und New-Wave Ikonen  Nordamerikas. Das Quartett ist momentan sehr viel in Europa unterwegs um ihr aktuelles Album „It Will Come To You“ auch live zu spielen und hat damit schon sehr viele neue Fans gewonnen. Sänger Jason Corbett hat immer das gewissen Augenzwinkern bei seinem Auftritt im Gesicht und der ganzen Band merkt man sofort die große Spielfreude an.

Setlist:

  1. It Goes Away
  2. How Deep Is A Hole
  3. Láppel Du Vide
  4. Slaves
  5. Faces Meets Glas
  6. Post Traumatic Love
  7. Crystal
  8. We Don´t Have To Dance
  9. Let It Grow
  10. Bury Me
  11. Like U Want 2

Mehr Infos:

https://www.actorstheband.com/


Clan Of Xymox

Mit dem Clan Of Xymox spielt ein weiteres Urgestein der Wave-Szene auf dem NCN 2019. Die schon 1984 gegründete Band blickt auf eine lange Diskographie zurück und konnte auch in den letzten Jahren noch einige Werke veröffentlichen. Das letzte Album „Days Of Black“ stammt aus 2017.

Sänger Ronny Moorings bedauert dann auch etwas, dass es beim Auftritt der Band noch nicht dunkel war. Er spricht inzwischen recht gut deutsch, nachdem er schon seit Jahren in Leipzig wohnt.

Die Band kann wie üblich komplett überzeugen. Dies quittiert dann auch das begeisterte Publikum und freut sich auf das weitere Programm an diesem vollgepackten Festivaltag.

Setlist:

  1. Stranger
  2. Your Kiss
  3. Jasmine And Rose
  4. Louise
  5. Emily
  6. Hail Mary
  7. Leave Me Be
  8. Loneliness
  9. Obsession
  10. Muscoviet M.
  11. A Day
  12. Going Round

Mehr Infos:

https://www.clanofxymox.com/


Pink Turns Blue

Pink Turns Blue wurde nur knapp ein Jahr nach Clan Of Xymox gegründet und existiert damit auch schon das 34te Jahr. Die deutsche Rockband, die in Köln gegründet wurde, orientierte sich schon damals an den New-Wave Größen „The Cure“ und „The Chameleons“. Heute ein Trio, spielen die drei Musiker Michael, Rüdiger und Paul schon sehr lange miteinander. Damit sind die drei auch auf der Bühne ein sehr eingespieltes Team und glänzen bei jedem Auftritt mit ihrem professionellen Programm.


Minuit Machine

Keine Gitarren und viel mehr Synthesizer bieten Minuit Maschine aus Paris. Die beiden Mädels konnten wir etwas kurz und mitten in ihrem Auftritt noch auf der Parkbühne erleben. Ein tolles Projekt mit noch einem großen Potential, von dem wir in nächster Zeit sicher noch mehr hören werden.

Das aktuelle Album heißt „Infrarouge“ und ist auf Bandcamp erhältlich.

Mehr Infos:

https://www.facebook.com/minuitmachine/


In Strict Confidence

Der bekannteste Song der Industrial-Electro-Band „In Strict Confidence“ ist mit Sicherheit der Hit „Zauberschloss“. Die Band hat vor einem Jahr das letzte Album „Hate2Love“ veröffentlicht, in diesem Frühjahr ist zudem noch das Remix-Album „RMXONE“ veröffentlicht worden.

Auf der Bühne sind „In Strict Confidence“ über jeden Zweifel erhaben. Die Band performt in einer schönen Stetigkeit, man bekommt genau das was man erwartet. Besonders eindrucksvoll und toll in die Show eingebunden sind die drei Videoleinwände, von denen die seitlichen zwei von hinten angestrahlt wurden. Leider musste dabei etwas die Bühnenbeleuchtung reduziert werden, was natürlich uns Fotografen etwas ärgert. Für die Fans war es allerdings eine tolle Show, die nur durch den einsetzenden Regen etwas getrübt wurde.

Setlist:

  1. Intro
  2. My Despair
  3. Used And Abused
  4. Kiss Your Shadow
  5. Forbidden Fruit
  6. Mercy
  7. Seven Lives
  8. Set Me Free
  9. Morpheus
  10. Prediction
  11. Engelsstaub
  12. Zauberschloss
  13. Somebody Else’s Dream
  14. Herzattacke

Mehr Infos:

http://www.instrictconfidence.com/


Fazit:

Wow, was für ein schönes Festival! Es fühlt sich vielleicht mehr als ein großes Familientreffen an, allein die genau passende Größe und die vielen bekannten Gesichter machen das NCN zu etwas Besonderem. Das Festival glänzt nicht nur durch die Location mit den schönen Bühnen unter Bäumen, auch die Bandauswahl und das Angebot an leiblichen Genüssen hinterlassen bleibende Eindrücke.

Obwohl man das NCN vielleicht als den Geheimtipp unter den deutschen Gothic-Festivals handeln sollte, so muss man doch sagen: wer noch nicht da war sollte es unbedingt einmal besuchen. Wer einmal da war, wird es sowieso immer wieder tun!

Weitere Informationen:

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