Interview mit Chris Pohl (Blutengel, She Hates Emotions)

SheHatesMusic

Chris Pohl sollte uns allen kein neuer Name sein. Die Szene-Größe vor allem bekannt durch seine Musik mit Blutengel hat nun neben Blutengel noch ein weiteres Projekt mit den Namen „She Hates Emotions“. Das neue Album „Happy Pop Music“ erscheint am 25. November über Out Of Line Music.
Auch von Blutengel gab es bereits am 28.10. eine 25 Jahre – Anniversary Edition des Albums „Tränenherz“, am 18.11. folgt dann die Jubiläumsversion zu „Monument“.

 

Zu Blutengel:
Was 1998 als Nebenprojekt nach der Auflösung der Band ‚Seelenkrank‘ startete, feiert heute, fast 25 Jahre später, riesige Erfolge und hat den Fans schon unzählige Gänsehaut Momente bereitet: die Berliner Dark Pop Band BLUTENGEL. Obwohl das 25-jährige Band Jubiläum erst nächstes Jahr ist, leiten Blutengel und wir die Feierlichkeiten jetzt schon mit einer ganz besonderen Aktion ein. Da die meisten der älteren Alben bereits seit langer Zeit komplett ausverkauft sind, haben Out Of Line sich zusammen mit Blutengel auf eine Reise durch die Bandgeschichte begeben und die ersten Alben noch einmal neu mastern lassen. Wem also noch das ein oder andere Album in seiner Kollektion fehlt, hat jetzt zum allerletzten Mal die Chance, sich eins dieser musikalischen Juwelen zu sichern. Jeden Monat veröffentlichen Blutengel (bis zu ihrem Jubiläum 2023) einen weiteren neuaufgelegten Teil ihrer musikalischen Vergangenheit. Als Digipak Doppel-CD verpackt, erscheinen diese Remaster in einer nur sehr geringen Stückzahl und lassen damit die Herzen der Blutengel Familie höherschlagen.

 

Zu She Hates Emotions:
Die Achtziger – Jahrzehnt der musikalischen Freiheit, die Blütezeit von New Wave und Dark Wave, Pionierjahre der Bewegung, aus der die Schwarze Szene entstanden ist. Diese Zeiten waren es, die den künstlerischen Pfad von Chris Pohl (Blutengel) prägten. Mit She Hates Emotions zollt Chris den Einflüssen mit seiner Musik Tribut. „Natürlich baue ich auf dem ersten Album auf und habe wieder sehr minimalistische Songs geschrieben, die jedoch sehr eingängig sind und viel 80er Flair versprühen, ohne krampfhaft so klingen zu wollen, wie damals. Der Titel „Happy Pop Music“ ist natürlich ironisch, da ich auch hier wieder traurige Themen wie Einsamkeit, Suche nach dem Sinn des Lebens, Depressionen, Angst vor dem Älterwerden oder sogar die Zerstörung der Erde durch den Menschen anpacke. Alleine durch den höheren Gesang und den Minimalismus grenze ich mich hier klar von Blutengel ab.“

 

 

Wir haben Chris im Zuge dieser Veröffentlichungen ein paar Fragen gestellt. Viel Spaß beim Lesen!

Gothic Empire: Hallo Chris, Glückwunsch zum 25-jährigen Jubiläum von “Tränenherz” und “Monument”! Manche Stimmen sagen, du bist mit der Zeit immer mehr in den Mainstream gerückt mit deiner Musik. Stimmst du dem zu? Und wenn ja, wie kommt’s?

Chris Pohl: Moin! Nicht die Alben feiern 25jähriges Jubiläum, sondern Blutengel als mein Projekt im Ganzen 🙂 Das habe ich vor 25 Jahren gegründet. Hmmm, die Stimmen, die du ansprichst, haben vielleicht gemerkt, dass eine Band wie wir bis auf Platz 2 der Charts „vorgedrungen“ ist – Das ist wohl für viele Mainstream. Wer Ahnung von Musik hat merkt aber, dass meine Musik im Kern noch dieselbe ist. Wer sich allerdings 25 Jahre lang jeglicher Technik oder besserer, antrainierter Sangeskunst verschließen würde, der würde wohl auch heute noch wie damals klingen 😉 Ich habe nie versucht in den Mainstream zu rutschen… Ich komponiere wie damals, auch noch im selben Studio aber ich investiere mehr Geld und Zeit in die Produktion und habe eben auf meiner Reise auch gelernt, wie man Musik besser machen kann. Fakt ist, dass ich seit 25 Jahren die Musik mache, die ich machen will – ohne Druck von Major Firmen und ohne Mainstream machen zu wollen!

Gothic Empire: Vor ein paar Jahren gab es mal Problem mit Stalkerinnen, ist das inzwischen geklärt? ; )

Chris Pohl: Hehehe… Ja, jetzt gibt es Neue^^ Nein, das passiert immer mal. Letzen Endes bin ich froh über jeden Fan – Gerade in der aktuellen Zeit – aber so krass muss es dann doch nicht sein 😉

Gothic Empire: Mit dem neuen Projekt “She Hates Emotions” gehst du in eine neue Richtung, es klingt mehr nach 80er Jahre. Was ist dein Ziel mit dem Projekt?

Chris Pohl: Ich hatte Anfang 2019 die Idee mal etwas minimalistischer zu produzieren. Blutengel war zu diesem Zeitpunkt eine fette Produktion mit zig Spuren, Streichern, Gitarren, meinem Gesang, Ullis Gesang… Ich bezeichne es auch gerne als „episch“. Ich wollte aber, da ich ein Kind der 80er bin, mal was anderes probieren, was den Charme der 80er einfängt. Damals war alles einfacher gehalten aber bestach durch geile Melodien und gute Kompositionen. Als Beispiel „Don´t go“ (Yazoo) – Sehr minimalistisch, aber ultraeingängig wegen der Synth Melodie. So etwas wollte ich machen. Einfach frei Synth Pop machen der keiner Szene angehören muss, der zwar melancholisch aber nicht düster ist, bei dem ich mal höher singe und auch mal „wohooo“ und „aaahaaaaa“, was bei BE eher nicht gut kommen würde^^. Anfang 2020 kam das Debüt Album aber die Leute interessierten sich da eher für was anderes… Hmmm, Corona glaub ich… Daher ging das Album etwas unter. Jetzt kommt das zweite Album – mal sehen, wie das dann wird!

Gothic Empire: Wie möchtest du deine Musik in Blutengel und SHE HATES EMOTIONS und Live-Shows zukünftig gestalten?

Chris Pohl: Mit Blutengel würde ich gerne alles machen, wie immer. Viele Mädels, Blut, Feuer, Videoprojektionen, meine Band – Aber in der heutigen Zeit ist vielleicht auch mal Downsizing angesagt…. Bei SHE werde ich bei den ersten Konzerten, die mich aktuell sehr nervös machen, auf Minimalismus auch bei der Show setzen: Eine Bühne – 2 Typen! Vielleicht 3…. Mal sehen. Sonst nix. Ein Mikro, ein Synth…. SHE wird sich eben sowohl musikalisch als auch optisch gut unterscheiden lassen 😉

 

 

 

Alle Werke von Chris Pohl gibt es HIER auf der Website von Out Of Line zu kaufen.

 

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