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Festivalinsider: Autumn Moon Festival 2018, Tag 1

Es ist seit einigen Jahren nicht mehr aus dem Festivalkalender wegzudenken – das Autumn Moon Festival in Hameln. Die Festivalbesucher erlebten wieder ein wunderschönes Festivalgelände mit vier sehr unterschiedlichen Spielorten. Die Hauptbühne befindet sich in der ‚Rattenfängerhalle‘, die etwa 2.600 Besuchern Platz bietet. Außerdem gibt es Konzerte in der ‚Sumpfblume‘, eine schöne Location, in der auch ganzjährig viele Clubkonzerte stattfinden. 700 Gäste haben hier Platz. Als dritte Location gibt es noch etwas Besonderes – eine Bühne auf dem Schiff namens ‚Holzminden‘. Es liegt in der Weser und bietet 200 Besuchern Raum zum Feiern. Eine Bühne in einem großen Zelt, Moon Stage genannt, wurde erstmals als Veranstaltungsort genutzt und ersetzte die Musikkneipe ‚Hemingways‘. Der zentrale Punkt ist der Vorplatz der Rattenfängerhalle, hier sind die für Festivals typischen Stände aufgebaut. Alle Veranstaltungsorte sind von dort aus bequem in weniger als 5 Minuten zu Fuß erreichbar.

Das Lineup konnte sich in diesem Jahr wieder sehen lassen. Mit Fields Of The Nephilim, Covenant, Solar Fake, Diary Of Dreams und Eisfabrik waren viele beliebte Bands am Start. Aber auch Bands wie Grausame Töchter, The Red Paintings, und The Other, die alle für extravagante Bühnenoutfits und Shows bekannt sind, machten das diesjährige Line-Up so abwechslungsreich wie nie zuvor. Damit braucht sich das Autumn Moon Festival keineswegs vor anderen Festivals verstecken. An den Einlassbereichen zu den Veranstaltungsorten gab es zu keiner Zeit lange Schlangen, alles lief völlig reibungslos ab. Ein weiteres Highlight war das mehr als perfekte Herbstwetter mit Temperaturen um die 25°C.

Tag 1 – 12.10.2018

Mila Mar

Die Band Mila Mar eröffnete um 14:45 Uhr das Autumn Moon Festival 2018 in der Sumpfblume. Mila Mar ist eine deutsche Alternative Band mit Folk Einflüssen. Sie veröffentlichten bisher 4 Alben. Zwischen 2004 und 2015 machte die Band eine lange Pause und spielte auf dem Wave Gotik Treffen 2015 ihr ersten Konzert seit 11 Jahren. Beim Autumn Moon Festival sorgte die Band für einen gelungenen Auftakt. Mit ihrer melancholischen Musik, die die Mystik verschiedener Kontinente vereint versetzten sie das Publikum ins Staunen. Eine tolle erste Festivalstunde.


Fairytale

Die Band Fairytale nahm die Fans auf eine Reise in eine märchenhafte Welt mit. Das erinnerte ganz stark an Urlaub in Irland. Eine interessante Bühnenshow und die selbstgeschriebenen keltischen Songs konnten komplett überzeugen. Fairytale präsentierten unter anderem Songs aus ihrem neuen Album „Autumn’s Crown“, wie zum Beispiel ‚Voice Of An Elf‘ und den Titelsong ‚Autumn’s Crown‘. Natürlich hatten sie für die Festivalbesucher auch die aktuelle Single „Wassergeister“ mitgebracht.

  1. Voice of an Elf
  2. cotton Hill
  3. As old as Time
  4. Mando Dance
  5. living in the wood
  6. Wassergeister
  7. Waterfall
  8. Mushroom Foray
  9. Autumns Crown

Funker Vogt

Die erste Band in der Rattenfängerhalle, der mit Abstand größten Location, waren Funker Vogt. Die Band wurde 1995 gegründet und hat bereits über 10 Alben veröffentlicht. 2016 gab es einen Wechsel am Mikrofon. Funker Vogt gaben bekannt, dass Chris L. von der Band Agonoize der neue Frontmann sein wird. Das aktuelle Album trägt den Namen ‚Wastelands‘. Die große Halle war ziemlich gut gefüllt. Chris L. hatte das Hamelner Publikum gut im Griff und brachte einen Teil der Menge zum Tanzen.


Then Comes Silence

Die Post Punk Band Then Comes Silence stammt aus Stockholm in Schweden und wurde 2012 gegründet. Im gleichen Jahr veröffentlichten sie ihr Debutalbum. Das aktuelle Album ‚Blood‘ aus dem Jahre 2017 ist bereits der vierte Longplayer der Band. Der Auftritt begann etwas später, da es einige Probleme beim Soundcheck gab, aber sowas kann bei einem Festival passieren, schließlich hat man einen engen Zeitplan. An der Stimmung in der sehr gut gefüllten Sumpfblume änderte das nichts. Das Publikum hatte total Spaß mit der sympathischen Band und machte ordentlich Stimmung. Natürlich hatten die Schweden auch einige Songs vom aktuellen Album dabei, wie zum Beispiel ‚Strange Kicks‘ und das düstere ‚Mercury‘, dass das fast einstündige Konzert beendete.

  1. Spirits Flow
  2. Warm Like Blood
  3. Good Friday
  4. Strange Kicks
  5. Strangers
  6. The Rest Will Follow
  7. Falling Into The Void
  8. Slowly Dragging You Down
  9. Spinning Faster
  10. My Bones
  11. Mercury

TerroloKaust

Als Nächstes war die spanische Industrial-Alternative Band TerroloKaust an der Reihe. Seit 12 Jahren ist die Band auf den bekannten Szenefestivals unterwegs und hat sich bereits mit Bands wie Fields Of The Nephilim, Hocico und Aestetic Perfection die Bühne geteilt. Das aktuelle Album der Band heisst ‚Dissensions‘. Das Konzert in der Moon Stage begann mit einem Intro und dem Titel ‚Pointless‘ vom Album ‚Spit The Poison Out‘ aus dem Jahr 2013. Die Band spielte auch Songs von den anderen Alben, wie zum Beispiel, The Pain Of Knowing‘ von der CD ‚God Loves The Violence‘ und den Titeltrack ‚Dissensions‘ vom aktuellen Longplayer. Die Stimmung war sehr gut und man hatte das Gefühl, die 50 Minuten sind wie im Flug vergangen.

  1. Intro/Pointless
  2. Scars That Never Heal
  3. Reasons
  4. Pay The Price
  5. The Damage Is Done
  6. The Pain Of Knowing
  7. Reversing In Circles
  8. El Mundo Sigue Girando
  9. Heterochromia
  10. Dissensions
  11. The Way It Must Be

Date At Midnight

Date At Midnight vermischen perfekt Alternative, Gothic und Postpunk. Die Band wurde 2007 gegründet und veröffentlichte ein Jahr später die Debut EP ‚Date At Midnight‘. 2016 erschien das aktuelle Album ‚Songs To Fall And Forget‘. Diesen Monat wird die aktuelle EP ‚Reverse Resilience‘ erscheinen. Zur Überraschung für die Fans hatte die Band einige der neuen Songs mit nach Hameln gebracht und präsentierte diese Stücke erstmals live vor Publikum. Aber auch von den anderen Alben und EPs waren Titel im Programm, so zum Beispiel ‚A Story So Old‘ von ihrem Debut. Die Stimmung auf dem Konzertschiff war toll und die Nähe zu den Fans hatte was von einem Wohnzimmerkonzert. So kam es auch vor, dass Pasquale einige Male mitten ins Publikum ging und dort weiter an seinem Bass zupfte. Ein toller, atmosphärischer Sound, der Lust auf mehr macht, vor allem auf die neuen Songs der kommenden EP.

  1. A story so old
  2. No Love
  3. Beautiful Lie (Let it die)
  4. Traumstadt
  5. Low
  6. The virgin Light
  7. Fading into…
  8. Waves
  9. Cold Modern World
  10. Surrendering to memories
  11. Lights Off/Lights On
  12. To fall and forget

Solar Fake

Die Fanschar der Band Solar Fake wächst und wächst. Vor kurzem erschien das fünfte Studioalbum von Solar Fake, es trägt den Titel ‚You Win – Who Cares?‘. Die Band wurde 2007 vom Dreadful Shadows und Zeraphine Sänger Sven Friedrich gegründet und nimmt aktuell den größten Part im musikalischen Schaffen des sympathischen Berliners ein. Wie die Anzahl der Fans wächst auch die Zahl der Bandmitglieder. Neben dem inzwischen fest als Live-Drummer in die Band integrierten Jens war heute ein weiterer Musiker als Gast mit auf der Bühne – Dirk Riegner, der Pianist von Peter Heppner. Er unterstütze die Anderen bei den acoustic Versionen von 4 Songs, mit denen das Konzert begann. Das ist schon ziemlich ungewöhnlich und überraschend, einen Festivalauftritt mit Acousticsongs zu beginnen. Drei brandneue Songs und das total schöne ältere Stück ‚Until It’s Over‘ wurden für das Acoustic Set ausgewählt. Danach ging es dann im gewohnten Tempo weiter und die Stimmung nahm bei ‚All The Things You Say‘ sofort Fahrt auf. Auch die neuen Singles ‚Sick Of You‘ und ‚The Pain That Kills You Too‘ fehlten nicht. Der am Ende sehr stimmungsvolle Auftritt hat natürlich extrem Lust auf die von Januar bis März 2019 stattfindende Tour gemacht.

  1. Just Like This
  2. Wrong Direction
  3. Until It’s Over
  4. If This Is Hope
  5. All The Things You Say
  6. Under Control
  7. I Don’t Want You In Here
  8. Sick Of You
  9. Invisible
  10. More Than This
  11. Reset To Default
  12. The Pain That Kills You Too

The Red Paintings

Der Auftritt von The Red Paintings beim Autumn Moon Festival 2018 war in ihre acht Städte umfassende Deutschland Tour integriert. Die australische Band The Red Paintings wurde 2012 gegründet. Im Jahre 2013 erschien ihr Debutalbum ‚The Revolution Is Never Coming‘. Für dieses grandiose Werk gibt es kaum eine ‚Schublade‘, in die man diese Musik stecken könnte. Es vereint verschiedene Musikstile und lässt es dadurch zu einem einzigartigen Kunstwerk werden. Voraussichtlich gegen Ende diesen Jahres wird das mit Spannung erwartete zweite Album ‚Anthems For Unwanted Wars‘ erscheinen. Am heutigen Abend erlebten die Zuschauer mehr als nur ein gewöhnliches Musikkonzert. Es wurde eine Show der Extraklasse, so etwas wie eine Kunstperformance mit Musik. Alle die dabei waren, werden dieses energiegeladene Konzert nicht so schnell wieder vergessen. Besonders in Erinnerung bleiben bestimmt die Tears For Fears Coverversion ‚Mad World‘ und die über achtminütige Liveversion von ‚The Revolution Is Never Coming‘.

  1. Conscious Shutdown
  2. I’ll Sell You Suicide
  3. Chinese Whispers
  4. Theydonreallybout Us
  5. It is as it was
  6. Streets Feel Into My Window
  7. Fall Of Rome
  8. Madworld
  9. Wasps
  10. You’re Not One Of Them
  11. Arctic Is Screaming
  12. Reveolution Is Never Coming

The Arch

Die belgische Band The Arch wurde bereits 1986 gegründet. Sie haben inzwischen zahlreiche Alben veröffentlicht. Im August erschien ihre neue Single ‚Phantom Chase‘. Durch die gekonnte Kombination aus elektronischen Sounds und treibenden Wave Gitarren spricht diese Musik natürlich eine Vielzahl von Fans an. Die eingängige Musik animierte zahlreiche Besucher zum Dauertanzen. Bei einigen Songs, wie ‚Eyes Wide Open‘ vom Album ‚Fate‘ wurde sogar mitgesungen. Die Bühne war zumeist und blaues oder roten Licht gehüllt und relativ dunkel gehalten. Das passte perfekt zum Sound und erzeugte eine tolle Stimmung vom ersten bis zum letzten Ton.

  1. Deaf & Blind
  2. Body & Angels
  3. Fates
  4. Robot Sapiens
  5. Coward
  6. Cocks Populi
  7. Babsi Ist Tot
  8. No Noise
  9. Blood Crystals
  10. Individuals
  11. Eyes Wide Open
  12. No Tears
  13. Revenge
  14. Ribdancer

Fields Of The Nephilim

Die Kultband aus dem Bereich Gothic Rock und Gothic Metal, Fields Of The Nephilim, wurde bereits 1983 gegründet. 1987 erschien das Debutalbum ‚Dawnrazor‘. Sehr viele Alben hat die Band in ihrer langen Karriere nicht veröffentlich, das letzte Studioalbum ‚Mourning Sun‘ stammt  aus dem Jahr 2005. Immerhin gab es 2016 eine neue Single mit dem Titel ‚Prophecy‘. Diese passt sich vom Sound her nahtlos an die älteren Stücke an. Ein wirklich toller, zeitloser Gothic Rock Song. Die Band betrat nach einer Verspätung von etwa 15 Minuten die Bühne in der Rattenfängerhalle. Typisch wie immer waren die düsteren Herren fast das gesamte Konzert in dichten Nebel eingehüllt, so dass man sie nur zeitweise richtig sehen konnte. Der Sound in der Halle entschädigte allerdings dafür, dass man nicht so viel sah. Carl Mc Coy und Co. präsentierten neben den Klassikern aus den achtziger Jahren, wie ‚Preacher Man‘ und ‚Moonchild‘ natürlich auch die aktuelle Single ‚Prophecy‘. Fields Of The Nephilim boten bis Mitternacht eine Gothic Rock Show ohne Schwächen.

  1. Intro (The Harmonica Man)
  2. Preacher Man
  3. Trees Come Down
  4. Endemoniada
  5. Love Under Will
  6. Dawnrazor
  7. Equinox
  8. Prophecy
  9. Psychonaut
  10. Mourning Sun
  11. Moonchild
  12. Chord of Souls

Stilla Havet

Stilla Havet aus Schweden vereinen perfekt New Wave und Post Punk. Drum Machines und Gitarren beherrschen den Sound. Angekündigt als Midnight-Special auf dem Schiff sorgten sie mit ihrer Musik dafür, dass die anwesenden Fans nicht ans müde werden denken konnten. Die Band riss das Publikum mit ihrer erfrischenden Art und der einprägsamen Stimme mit. Die Songs der schwedischen Band sind in Landessprache gesungen und haben dadurch einen ganz besonderen Charm. Das waren interessante und abwechslungsreiche 45 Minuten.

Hier geht es zum zweiten Teil unseres Festivalberichtes.

Weitere Informationen zum Autumn Moon Festival:

https://www.autumn-moon.de/

 

Schlagworte:

Marko

Marko ist Redakteur bei Gothic Empire und freut sich auch über euren Besuch auf seiner Website www.pix666.de, bei Facebook unter https://www.facebook.com/www.pix666.de/ oder auf Instagram: https://www.instagram.com/pix.666/