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Amphi Festival 2019 – Festivalsamstag

Der erste Festivaltag begann für uns an der Mainstage. Aufgrund der kurzen Nacht nach ‚Call the Ship to Port‘ hatten wir leider das Konzert der Band Seelennacht verpasst – sorry MarcWir schafften es aber pünktlich zum Auftritt von Erdling, die um die Mittagszeit auf der Bühne standen. 

Erdling

Die im Jahr 2015 gegründete Dark Metal Band Erdling wurde von Dr. Mark Benecke in seiner unnachahmlichen Art angesagt. Erdling haben bisher bereits drei Alben und eine EP veröffentlicht und sich damit eine treue Fangemeinde erspielt. Das aktuelle Album ‚Dämon‘ aus dem Jahr 2018 schaffte es sogar in die TOP 50 der deutschen Albumcharts.

Die aus Bayern stammende Band begann ihren Auftritt mit dem Song ‚Mein Element‘ vom Album ‚Supernova‘. Sofort stimmte die Chemie zwischen den Jungs auf der Bühne und dem zahlreich erschienenen Festivalpublikum. „Macht mal eure Hände in die Luft“ sagte Sänger Neill. Das klappte problemlos und er fügte hinzu: „Mittags 12 Uhr und der Platz ist brechend voll“. Das war wirklich erstaunlich, wie viele Fans schon zu früher Stunde auf den Beinen war – top fit und perfekt gestylt.
Beim Song ‚Erdling‘ wurden die Fans zum mitsingen animiert, das war nicht besonders schwierig, da sie den Titel des Songs ganz einfach vom Backdrop ablesen konnten.

„Zwei Singles haben wir dieses Jahr veröffentlicht, das ist eine davon: ‚Wir sind Midgard‘“, sagte der sympathische Neill Freiwald. Vor dem letzten Song war dann etwas Frühsport angesagt. Alle sollten in die Hocke gehen. „Weißt du, wie Scheiße das aussieht, wenn einer nicht mitmacht“ – so wurden auch die letzten auf dem Platz zum mitmachen überredet. Und dann sprangen alle auf Kommando hoch – das sah ziemlich cool aus. Das Konzert endete mit einem der ersten Songs der Band: ‚Blitz und Donner‘.

Setlist Erdling

  1. Mein Element
  2. Du bist Soldat
  3. Erdling
  4. Supernova
  5. Tieftaucher
  6. Wir sind Midgard
  7. Phönix
  8. Im Namen der Krähe
  9. Blitz und Donner

Chrom

‚Blitz und Donner‘ war dann auch das Thema während der Ansage der nächsten Band. Denn zuerst musste Dr. Mark Benecke im Namen des Veranstalters ein bevorstehendes Unwetter ansagen und das Vorgehen im Ernstfall.

Eine Minute später gab es schon den ersten Regenschauer und die Fans drängten sich nach vorn unter die überdachten Bereiche. Tolle Stimmung gab es bei der nächsten Band Chrom. Schöne Synthie Melodien beschallten das Festivalgelände und viele der Fans tanzten vom ersten Song an. Wie bei vielen Festivals, so gibt es auch beim Amphi Festival Überschneidungen der Bands, und so war es für uns bereits nach zwei Songs Zeit, die Mainstage zu verlassen und uns auf den Weg zur Orbit Stage zu machen.

Ash Code

Auf der Orbit Stage ging das Programm um 13.45 Uhr mit der italienischen Post-Punk Band Ash Code los. Das klimatisierte Eventschiff MS RheinEnergie bot eine angenehme Abkühlung im Gegensatz zur schwülen Gewitterluft im Freien.

Auch hier gab es die Durchsage für das Unwetter, aber zusätzlich auch schon leichte Entwarnung aus der Wetterzentrale der Feuerwehr Köln.
Die Band Ash Code wurde vor fünf Jahren gegründet und bot ein abwechslungsreiches Konzert mit Elementen aus den Bereichen Dark Wave, Post Punk  und New Wave.

Alessandro und Claudia wechselten sich mit dem Singen ab. Fast alle im Publikum wackelten und tanzten zu dem mitreißenden Sound der Italiener, der in Kombination von Synthesizer, Drum Machine und Gitarre stark an den 80er Sound von New Order erinnert. Beim Amphi Festival spielte die Band unter anderem die drei Titelsongs ihrer Alben ‚Perspektive‘, ‚Posthuman‘ und ‚Oblivion‘, sowie am Schluss mit ‚Dry Your Eyes‘ einen ihrer ältesten Songs.

Setlist Ash Code

  1. Intro
  2. Nite Rite
  3. Crucified
  4. Empty Room
  5. Betrayed
  6. Disease
  7. Posthuman
  8. Oblivion
  9. Want
  10. Perspektive
  11. Drama
  12. Dry Your Eyes

Hearts Of Black Science

Als Nächstes stand eine Band auf dem Plan, auf die ich mich ganz besonders gefreut hatte. Ich kenne die Musik von Hearts Of Black Science seit etwa zwei Jahren, hatte aber noch nie die Gelegenheit, sie live zu sehen. Die schwedische Band, bestehend aus Sänger und Gitarrist Daniel und Keyboarder Tomas wurde bereits 2005 gegründet.

Aber was kann man live von einer Band erwarten, die nur aus zwei Mann besteht? Ich muss ganz ehrlich sagen, mehr geht da nicht – meine Erwartungen wurden voll erfüllt. Im inneren des Schiffes breitete sich ein sehr angenehmer, sphärischer Sound aus. Hearts Of Black Science spielten mit ‚Field Of Light‘ und ‚Last Chances‘ auch zwei ganz neue Songs. Danach folgte der absolut starke Song ‚Icon‘, das ist so ein Song, den man stundenlang in Endlosschleife hören könnte – ein toller Soundteppich  mit Gitarrenuntermalung und einprägsamer Keyboard Melodie … und dann ist da ja noch diese Stimme …

Setlist Hearts Of Black Science

  1. Faces
  2. Unfolding
  3. Field Of Light
  4. Last Chances
  5. Icon
  6. Wolves At The Border
  7. Protector

Agent Side Grinder

Vor dem Auftritt der Band Agent Side Grinder gab es eine etwas längere Umbaupause, es wurde eine große Stahlfeder an der Bühnendecke angebracht. 
Die schwedische Band wurde 2005 gegründet. Im Jahr 2018 erschienen ihre Singles ‚Doppelgänger‘ und ‚Stripdown‘. Während ihre erste beiden Alben noch ihre Wurzeln im Post-Punk hatten, wechselte ihr Stil seit etwa 2012 in Richtung elektronische Musik. 

Das Konzert begann mit dem ersten Song vom aktuellen Album A/X: ‚In From The Cold‘. Sänger Emanuel hatte das Publikum von Beginn an im Griff. Die dicht gedrängten Fans bereiteten ihm einen super Empfang. Die Band bot flotten und abwechslungsreichen Elektro Sound. Es war jetzt kaum noch Platz im Innenraum des Eventschiffes, der Auftritt von ASG war total gut besucht. Beim Song ‚Mag 7‘ erzeugte der Keyboarder dann mit einem Eisenstab total interessante Geräusche an der großen Feder, die an der Bühnendecke angebracht wurde. Das Publikum tanzte fast komplett bei jedem Song und es gab jede Menge Applaus für das tolle Konzert. 

Mit dem Song ‚Into The Wild‘ aus dem Jahr 2015 endeten 45 kurzweilige Minuten.

Setlist Agent Side Grinder

  1. In From The Cold
  2. Life In Advance
  3. Mag 7
  4. Stripdown
  5. Giants Fall
  6. Doppelgänger
  7. This Is Us
  8. Wolf Hour
  9. Into The Wild

Lord Of The Lost

Nun ging es für uns wieder zur Mainstage. Schließlich stand gleich der Auftritt von Lord Of The Lost auf dem Programm. Die Ansage von Dr. Mark Benecke beinhaltete dieses Mal unter anderem eine im Internet gefundene Übersetzung des LOTL Songs ‚La Bomba‘ (Die Bombe).

Lord Of The Lost sind ja inzwischen weltweit für ständig wechselnde Outfits oder Überraschungen jeglicher Art bekannt. 

Beim Amphi Festival sorgten sie mit einer ganz besonderen Verkleidung von Gared für Aufsehen.  Er betrat als Reinigungsfachkraft verkleidet die Bühne. Natürlich ging er sofort seinem ‚Job‘ nach und reinigte reihum alle Instrumente.

Nach und nach betraten nun die anderen Bandmitglieder die Bühne und legten mit dem Song ‚On this Rock I will built my Church‘ gleich los wie die Feuerwehr. Danach folgte das wunderschöne ‚Loreley‘. Bei ‚Prison‘ sang wie gewohnt fast das ganze Publikum mit.

Lord Of The Lost hatten natürlich auch einen der ersten Songs aus ihrer inzwischen zehnjährigen Bandgeschichte mit dabei: ‚Dry The Rain‘. Sie singen in diesem Song „We need some wind to blow the clouds away“ – aber das klappte nicht so richtig. Kurz darauf sagte Sänger Chris Harms: „Das sieht nicht gut aus da hinten, aber wir ziehen durch“. Beängstigend aussehende, dunkle Wolken waren am Himmel über dem Rhein zu sehen. Beim Song ‚Doomsday Disco‘ öffnete der Himmel dann seine Pforten. Nun wissen wir auch, warum im Jahr 1971 diese großen Faltschirme auf das Gelände gebaut worden sind – sie sollten das Publikum vor Wind und Wetter schützen – und genau das war jetzt nötig. Fast alle versteckten sich unter den riesigen Schirmen oder suchten an den zahlreichen Ständen nach Schutz vor den Wassermassen. Nur einige, wenige tanzten ohne den ‚Regenschutz‘ zu den Klängen von ‚Die Tomorrow‘. 

Die Band war bei dem Regen auf der Bühne auch geschützt und wurde nicht nass – und selbst wenn – da war ja noch Reinigungsfachkraft Gared, der für Ordnung und Sauberkeit hätte sorgen können.

Mit ihrem Hit ‚Die Bombe‘ beendeten Lord Of The Lost einen spektakulären, sechzig minütigen Auftritt und gaben bekannt, dass Dr. Mark Benecke auch bei ihren Konzerten im Dezember in Hamburg zum 10 jährigen Bandjubiläum als Ansager und Moderator vor Ort sein wird.

Setlist Lord Of The Lost

  1. On This Rock I Will Built My Church
  2. Loreley
  3. Morgana
  4. Black Halo
  5. Drag Me To Hell
  6. Prison
  7. Under The Sun
  8. Six Feet Underground
  9. Blood For Blood
  10. Doomsday Disco
  11. Die Tomorrow
  12. La Bomba

Unzucht

Zum Abschluss des ersten Tages ging es für uns zur Theater Stage, eine 750qm große, voll klimatisierte Konzert- und Theaterhalle. Hier stand das Konzert der Dark Rock Band Unzucht auf dem Plan. Die Band Unzucht wurde vor 10 Jahren gegründet und hat bisher bereits fünf Alben veröffentlicht. Das aktuelle Album ‚Akephalos‘ stammt aus dem Jahr 2018.

Die große Halle war richtig gut gefüllt – die Temperatur war trotzdem sehr angenehm. Ein riesengroßes Backdrop mit der Aufschrift Unzucht schmückte die große Bühne, auf der sich die Musiker so richtig austoben konnten. 

Das Konzert begann mit dem Song ‚Die verbotene Frucht‘ von der aktuellen CD. Der Sound war toll und die Stimmung in der fast vollen Halle steckte nach und nach jeden an. Eine gekonnte Mischung aus aktuellen Songs und den Hits von älteren Alben, wie ‚Kleine geile Nonne‘ und ‚Nur die Ewigkeit‘ sorgten für ein wunschlos glückliches Publikum.

Sänger Daniel, der mit einem Amphi Festival Shirt auf der Bühne stand, kündigte für 2020 das nächste Album der Band an. Wenn sie weiterhin auf der Erfolgswelle schwimmen sollten, wird ihnen dann im kommenden Jahr bestimmt erstmals der Einstieg in die Top 10 der Charts gelingen – verdient haben sie das allemal.

Setlist Unzucht

  1. Die verbotene Frucht
  2. Nela
  3. Der Tod in mir
  4. Ein Wort fliegt wie ein Stein
  5. Lava
  6. Widerstand
  7. Der letzte Tanz
  8. Kettenhund
  9. Unzucht
  10. Kleine geile Nonne
  11. Nur die Ewigkeit
  12. Deine Zeit läuft ab
  13. Engel der Vernichtung