home Gothic Konzerte Konzertreview: Lizard Pool und Wisborg, Schokoladen Berlin 06.01.2018

Konzertreview: Lizard Pool und Wisborg, Schokoladen Berlin 06.01.2018

In einer ziemlich kultigen Kneipe in Berlin Mitte fand das erste Konzert des Jahres der Band Wisborg statt. Der “Schokoladen” hat sich in der alternativen Szene als Livemusik Location etabliert. Auf dem Gelände einer ehemaligen Schokoladenfabrik finden regelmäßig Konzerte, Theateraufführungen und Lesungen statt.

Lizard Pool

Die Leipziger Band Lizard Pool eröffnete kurz nach 20 Uhr den musikalischen Abend. Im Sommer 2018 erschien das aktuelle Album “Spark” beim bekannten Label “Out Of Line”. Sie spielten im vergangenen Jahr zahlreiche Konzerte, unter anderem beim NCN Festival, beim Out Of Line Weekender sowie als Support für unter anderem Phillip Boa and the Voodooclub oder She Past Away. Vor einem Monat waren sie Support der schwedischen Band The Exploding Boy.

Der flotte Indie-Wave kam bei den Berlinern richtig gut an – von Beginn an war gute Stimmung in der total gemütlichen Kneipe. Die Bühne befand sich gleich neben der Eingangstür – gegenüber der Bühne war eine Art Minitribüne aus Holz – das sorgte für eine sehr besondere Atmosphäre. Im Laufe des Konzertes trafen immer mehr Leute in der Kneipe ein und es war schon bei Lizard Pool sehr sehr voll. Es waren sogar noch einige an der Bar und im Raucherbereich, so dass die Veranstaltung ganz kurz vor ausverkauft war. Lizard Pool animierte mit den flotten und frischen Songs zum Tanzen – und wer sich in dem engen Raum noch bewegen konnte, der tanzte auch. Die Band hatte total Spaß auf der Bühne – nachdem Vincent und Shiva mit ihren Instrumenten kurz kollidierten musste die Gitarre kurz neu gestimmt werden. Aber es ging umgehend weiter. Lizard Pool spielten einige Songs aus dem aktuellen Album – aber auch vom Album “She Took the Colours” aus dem Jahr 2014 waren zahlreiche Songs auf der Setlist. Der Sound war für diesen kleinen Raum erstaunlich gut, die Stimme von Sänger Vincent überzeugte auf ganzer Linie. Nach etwa 50 Minuten verabschiedete sich die Band und bedankte sich für die geile Zeit. Wer mehr von Lizard Pool möchte, hat natürlich 2019 noch zahlreiche Gelegenheiten, die Band live zu sehen – ein Highlight wird dabei mit Sicherheit der Auftritt beim Plage Noire Festival an der Ostsee.

Setlist

  1. Drifting Far Away
  2. Wave Of Joy
  3. Staircase Balcony
  4. Give Me Your Anger
  5. A Gloomy Day
  6. Movie House
  7. Placid Penetration
  8. Orange Room
  9. Faceless King
  10. Waiting
  11. 10:15 Saturday Night
  12. Am Anfang
  13. Nacht In Scherben
  14. Beautiful Danger
  15. Death Of A Soul Plumber

Wisborg

Ein erfolgreiches Jahr 2018 liegt hinter der Band Wisborg. Etwa ein Jahr nach der Bandgründung erschien im Frühjahr 2018 das Debutalbum “The Tragedy of Seconds Gone”. Der Erfolg des Albums bescherte den beiden Musikern dann sofort einen Auftritt beim Wave Gotik Treffen in Leipzig. Im Oktober hatten Wisborg einen Auftritt in einer ganz besonderen Location im Rahmen des Autumn Moon Festivals. Sie spielten hier auf einem Schiff namens “Holzminden”. Vor einigen Wochen waren Wisborg schon einmal live in Berlin zu sehen – im Nuke Club als Support der Band Das Ich. Zu dieser Zeit erschien auch ein Videoclip zum Song “Winter Falls”.

Nun spielte die Band das erste Konzert des Jahres in Sänger Konstantins neuer Wahlheimat Berlin. Nach einem Intro begann das Konzert mit dem flotten “Seconds Gone”. Danach folgte vom durchweg überzeugendem und abwechslungsreichem Debutalbum der Song “The Sick Rose” – etwas elektronischer als die anderen Titel und dennoch mit tollen Gitarrenriffs erinnert es etwas an den Sound von IAMX. Die Location passte wunderbar zur Musik, es war stimmungsvoll und intim – das Publikum war total nah an der Band. Konstantin lies sich sogar von einem Fan eine Zigarette anzünden. Weiter ging es mit dem melancholischen “Desire”, gefolgt vom treibenden Sound von “Venus In Chains”. Die Zeit rannte, so ist es immer, wenn einem etwas gut gefällt. “Wir haben noch zwei Songs” sagte Konstantin. “Winter Falls” war wieder etwas ruhiger, passte aber hervorragend zu Konstantins Stimme. Das kennt jetzt jeder, wenn nicht, weiß ich nicht warum ihr hier seid” sagte der sympathische Sänger vor dem Song “Becoming Caligari”. Ein ganz besonderer und exzentrischer Song, der bereits Ende 2017 als Videoclip veröffentlicht wurde. Danach gab es viel Applaus und Zugabe Rufe. Konstantin sagte zum Publikum: “Wir haben schon alles gespielt, was wir haben”. Einige hatten sicher noch auf das Type O Negative Cover “Black No.1” gehofft, das Wisborg in der Vergangenheit schon live gespielt hatten. Die Fans versuchten weiter, die Band zu überzeugen, weiterzuspielen – aber leider war das nach 22 Uhr nicht mehr möglich.

Aber Wisborg haben mit Sicherheit nicht zum letzten Mal in Berlin gespielt. Sie werden bestimmt mit einem neuen Album und mehr Songs zurückkehren. Wer nicht so lange warten möchte, hat im März die Chance Wisborg live in der Schweiz und in England zu erleben.

Setlist

  1. Intro
  2. Seconds Gone
  3. The Sick Rose
  4. In The Haze Of A Drunken Hour
  5. Temptation & Hesitation
  6. Desire
  7. Venus In Chains
  8. Winter Falls
  9. Becoming Caligari

Weitere Information:

https://lizardpool.bandcamp.com/

https://www.wisborg-band.com/

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