Es gibt Spielstätten, die einer Open-Air-Veranstaltung von vornherein ein ganz besonderes Flair verleihen. Der historische Museumshof in Fulda gehört zweifelsohne dazu. Umrahmt von der imposanten Kulisse der barocken Innenstadt bot das Areal am 23. August den perfekten Nährboden für einen Abend voller dröhnender Gitarrenriffs, mitreißender Melodien und epischer Metal-Hymnen. Ein Risiko bei solchen Locations ist jedoch immer der Sound: Viele dieser alten Gemäuer sind schlichtweg nicht für ein ausgewogenes Klangbild gebaut. Nicht so hier. Der Abend glänzte mit einer annähernd perfekten Akustik bis in die letzte Ecke des Hofes.
Den Auftakt des Abends machten OVERSENSE. Die 2012 im unterfränkischen Aschaffenburg/Untererthal gegründete Formation um Frontmann und Gitarrist Danny Meyer kannte im Vorfeld kaum jemand im Publikum – sie hinterließen jedoch einen bleibenden Eindruck. Musikalisch bewegt sich das Quartett in einem vielseitigen Crossover aus Modern Melodic Metal, Hard Rock und symphonischen Einsprengseln; eine Mischung, die sie selbst als „Rebel Metal“ bezeichnen. Ihren Job als Anheizer machten sie mehr als gut. Vom ersten Riff an erzeugte die Band Stimmung und zog das Publikum mit einer zehn Songs langen Setlist, die unter anderem die Nummern „TRY“, „BE“ und „MORE“enthielt, von Beginn an auf ihre Seite.
Nach einer kurzen Umbaupause war die Bühne bereit für den Hauptact des Abends: BEYOND THE BLACK.
Die Erfolgsgeschichte von BEYOND THE BLACK liest sich wie ein Bilderbuch-Märchen des modernen Metal: 2014 im schleswig-holsteinischen Sankt Peter-Ording gegründet, schaffte die Band um Ausnahmesängerin Jennifer Haben auf Anhieb den Durchbruch. Bereits kurz nach der Formation stand die Truppe auf den Brettern des legendären Wacken Open Airs, gefolgt von der Veröffentlichung ihres Debütalbums SONGS OF LOVE AND DEATH (2015), das direkt in die Top 10 der deutschen Charts einstieg. Trotz eines kompletten Besetzungswechsels im Jahr 2016 behielt die Band ihren klaren Kurs bei und wuchs zu einer der führenden deutschen Symphonic-Metal-Größen heran. Ihr Stil kombiniert wuchtige Metal-Gitarren, orchestrale Bomastik und moderne Rock-Elemente mit extrem eingängigen Melodien.
Schon beim Opener machten BEYOND THE BLACK keine Gefangenen: Die Band startete gewaltig mit „BREAK THE SILENCE“ in ihr Set. Der Song ist nicht nur titelgebend für das aktuelle Album BREAK THE SILENCE, sondern wurde auch für den Trailer des Konzerts in den sozialen Medien genutzt und machte einfach Lust auf mehr. Was folgte, war eine bunte, perfekt kuratierte Mischung aus der gesamten Diskographie. Ob Kracher wie „CALL MY NAME“, das mitreißende „REINCARNATION“, das unverzichtbare „IN THE SHADOWS“ oder der Titeltrack der Herbsttour „RISING HIGH“ – jeder Song saß passgenau.
Was die Live-Erfahrung von BEYOND THE BLACK immer wieder besonders macht, ist die immense Dynamik: Auf der Bühne wirkt die Band noch einmal spürbar energiegeladener, roher und kraftvoller als auf ihren ohnehin schon stark produzierten Studioalben. Vor allem die Stimme von Frontfrau Jennifer Haben erwies sich an diesem Abend als absolutes Highlight. Während ihre Vocals auf Platte sehr sauber und nuanciert klingen, entfaltete sich ihr Gesang live mit einer beeindruckenden Wucht, Markanz und emotionalen Tiefe, die den gesamten Museumshof mühelos ausfüllte.
So sehr die Bands auch begeistern konnten, gab es doch etwas, das mir an diesem Abend ein wenig Gedanken machte: die Demographie des Publikums. Gehässig könnte man sagen, die Fans passten zur historischen Location. Das ist nun nichts Neues, wenn man auf viele Festivals schaut, und ebenso wenig überraschend bei Altmeistern wie THE SISTERS OF MERCY, DEINE LAKAIEN oder PARADISE LOST, die schon lange im Geschäft sind und deren Fans mit ihnen gealtert sind. Bei einer vergleichsweise jungen Band, die gerade mal gute zehn Jahre existiert, hätte ich jedoch erwartet, dass sie auch ein jüngeres Publikum ihrer Generation anlockt. Dies blieb jedoch aus. Zwar war der Museumshof sehr gut gefüllt und das Konzert ein voller Erfolg, aber ich würde behaupten, dass ich mit meinen 45 Jahren den Altersschnitt eher nach unten gedrückt habe. Da half es auch nicht, dass ein paar Besucher ihre Kinder mit vor die Bühne genommen hatten.
Die Frage, die ich mir diesbezüglich stelle, ist das „Warum?“ War Gen X wirklich die letzte Generation, die echtes Interesse an Live-Konzerten hatte? Liegt es am Genre, und Symphonic Metal hört nur, wer damals mit THEATRE OF TRAGEDY oder NIGHTWISH aufgewachsen ist? Oder ist Fulda schlichtweg demographisch überaltert? Egal woran es liegt: Es ist auf jeden Fall ein weiteres Zeichen für die Krise, in der sich die Live-Szene derzeit befindet.
Um dem entgegenzuwirken: Geht auf Konzerte und unterstützt die Bands! Vielleicht ja demnächst bei BEYOND THE BLACK auf ihrer Rising High Tour.
Anstehende Termine der Beyond The Black – Rising High Tour (D-A-CH Region)
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Datum
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Stadt
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Location
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17.09.2026
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Nürnberg (DE)
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Löwensaal
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18.09.2026
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Markneukirchen (DE)
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Musikhalle Markneukirchen
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19.09.2026
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Regensburg / Obertraubling (DE)
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Eventhall-Airport
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20.09.2026
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Mannheim (DE)
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Alte Feuerwache
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22.09.2026
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Hamburg (DE)
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Docks
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23.09.2026
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Oberhausen (DE)
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Turbinenhalle
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Oversense
Beyond The Black
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