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Mit HEILSTATT schlägt Martin Falkenstein, bekannt durch sein Black-Metal-Projekt MOSAIC, eine neue musikalische Richtung ein. Sein Debütalbum „Korridor“ ist über House of Inkantation erschienen und verbindet minimalistischen Post-Punk, Cold Wave und Darkwave mit persönlichen Texten über Enttäuschung, Sehnsucht und die Suche nach innerem Frieden.
Martin Falkenstein ist in der deutschen Underground-Szene kein Unbekannter. Als kreativer Kopf hinter dem Thüringer Black-Metal-Projekt MOSAIC, Gründer des Labels House of Inkantation und Livemusiker bei Sun of the Sleepless und Empyrium hat er sich bislang vor allem mit atmosphärischer, von Mythologie und Folklore geprägter Musik beschäftigt. Mit seinem neuen Soloprojekt HEILSTATT lässt er diese musikalische Welt weitgehend hinter sich und richtet den Blick stärker auf die Gegenwart und persönliche Erfahrungen.
Während bei MOSAIC ausladende Klanglandschaften und folkloristische Dunkelheit dominierten, setzt HEILSTATT auf bewusste Reduktion. Kühle Synthesizer, repetitive Strukturen und stoische Rhythmen bilden das Fundament für fragile Melodien und eine Atmosphäre, die gleichermaßen distanziert und verletzlich wirkt. Musikalisch bewegt sich Falkenstein zwischen frühem Post-Punk, sprödem Trip-Hop, klassischem Gothic und einer depressiven Punk-Ästhetik.
„Korridor“ – Zwischen Desillusionierung und Sehnsucht
Das Debütalbum „Korridor“ umfasst 15 Stücke mit einer Gesamtspielzeit von rund 53 Minuten. Sämtliche Kompositionen wurden von Martin Falkenstein eigenständig geschrieben, eingespielt und produziert. Damit trägt das Album nicht nur musikalisch, sondern auch in seiner Entstehung eine ausgesprochen persönliche Handschrift.
Inhaltlich beschäftigt sich Falkenstein mit den Brüchen unserer Zeit und den Widersprüchen menschlicher Existenz. Enttäuschung, Widerstand, Sehnsucht und das Bedürfnis nach einem inneren Rückzugsort bestimmen die deutschsprachigen Texte. Anstelle mythologischer Erzählungen stehen unmittelbare Beobachtungen und Erfahrungen, die ohne große Gesten oder romantische Verklärung auskommen sollen.
Auch der Projektname HEILSTATT greift diese Gedanken auf. Der altertümlich klingende Begriff lässt sich als Ort der Zuflucht, des Schutzes oder der Heilung verstehen. Dabei geht es weniger um ein konkretes Versprechen auf Erlösung als um die Suche nach einem solchen Ort – irgendwo zwischen Zerfall, innerer Unruhe und dem Wunsch nach Frieden.
Diese thematische Ausrichtung spiegelt sich bereits in den Titeln der Kompositionen wider. Stücke wie „Die Geister in euren Straßen“, „Blut und Asche“, „Kindheit“ oder „Haus der Stille“ lassen unterschiedliche Facetten persönlicher Erinnerung, gesellschaftlicher Wahrnehmung und innerer Auseinandersetzung erkennen. Mit „Hinein“ und „Hinaus“ finden sich zudem zwei Titel auf dem Album, die den Gedanken einer Bewegung durch einen symbolischen Korridor aufgreifen könnten.
Ein musikalischer Neuanfang
Mit HEILSTATT erweitert Falkenstein sein künstlerisches Spektrum um eine Ausdrucksform, die sich deutlich von seinen bisherigen Veröffentlichungen unterscheidet. Statt opulenter Arrangements stehen Minimalismus und Wiederholung im Mittelpunkt. Kalte Klangflächen treffen auf pulsierende Strukturen und Melodien, die bewusst Raum für die Atmosphäre lassen.
„Korridor“ ist damit vor allem ein persönliches musikalisches Statement. Die Verbindung aus Post-Punk, Cold Wave und Gothic dürfte insbesondere Hörer ansprechen, die eine Vorliebe für reduzierte, melancholische Klangwelten und deutschsprachige Texte mit existenzieller Ausrichtung haben.
Das Album ist seit dem 28. August 2026 digital erhältlich. Über House of Inkantation werden außerdem eine auf 200 Exemplare limitierte CD-Ausgabe sowie eine auf 50 Exemplare begrenzte Kassettenedition angeboten.
Weitere Informationen und Musik:
HEILSTATT – „Korridor“ auf Bandcamp
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